Geschichten, Gedichte, Gedanken

Der Bauer und die Geschichte vom Glück und Unglück

Eine alte chinesische Geschichte erzählt von einem rechtschaffenen Bauern in einem Dorf auf dem Land.
Eines Tages lief ihm sein Pferd davon.
Seine Nachbarn aber bedauerten ihn und riefen: " Wie schrecklich, welch ein Unglück!"
Der Bauer aber antwortete nur: „Vielleicht.“

Einige Zeit später kehrte das Pferd zurück und brachte eine Gruppe weiterer Wildpferde mit.
Die Nachbarn freuten sich alle über sein Glück, aber der Bauer antwortete nur: „Vielleicht.“

Der Sohn des Bauern aber liebte das Reiten und stieg mit großer Freude auf das Pferd.
Dabei fiel er hin und brach sich das Bein.
Seine Nachbarn aber bedauerten ihn und riefen: " Wie schrecklich, welch ein Unglück!"
Der Bauer aber antwortete nur: „Vielleicht.“

Einige Zeit später wurde das Land überfallen und alle jungen Leute mussten in den Krieg ziehen.
Nur der Sohn des Bauern mit dem gebrochenen Bein nicht.
Die Nachbarn freuten sich alle über sein Glück.
Der Bauer antwortete nur: „Vielleicht.“

 

Dem, welcher der Nacken schmerzt,
kann man dadurch sein Unglück doch erträglicher machen,
wenn man ihm zeigt, daß es leicht hätte das Herz treffen können.

n. Immanuel Kant

 

Der Weg zur Resilienz

Betrachten Sie Krisen und schwierige Zeiten als Chancen für persönliches Wachstum und zu mehr Selbsterkenntnis.
Üben Sie sich darin liebevoll mit sich selbst umzugehen und vertrauen auf Ihre inneren Fähigkeiten.
Treffen Sie aktiv Entscheidungen und akzeptieren Sie Veränderung als wichtigen Teil des Lebens.
Bauen Sie für sich soziale Kontakte auf und pflegen Sie diese.

(n. American Psycholog. Association)

 

…, for there is nothing either good or bad, but thinking makes it so

William Shakespeare Hamlet, 2. Szene, 2. Aufzug.

 

"Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit."

Milton Erickson

 

Wenn wir nicht ganz wir selbst sind,
wahrhaft im gegenwärtigen Augenblick
verpassen wir alles

Thich Nhat Hanh

 

Wie aber kann man sein Feind lieben?

Dazu gibt es nur einen Weg: Ihn zu verstehen.
Man muss verstehen, warum er so ist, wie er geworden ist, warum er die Dinge anders sieht als man selbst.
Ein Menschen zu verstehen verleiht die Kraft, ihn zu lieben und zu akzeptieren.

Thich Nhat Hanh

 

Eine Wunde, die man zeigt, kann geheilt werden

Joseph Beuys

 

jeder Griff muß sitzen

Joseph Beuys

 

Der RAUM

Ton knetend, formt man Gefäße.
Doch erst der Raum im Gefäß, das Nichts, macht den Sinn.
Mauern, durchbrochen von Türen und Fenstern, machen ein Haus.
Doch erst sein Raum, das Nichts, gibt den Wert.
Das Sichtbare, das Seiende, gibt dem Werk die Form.
Das Unsichtbare, der RAUM das Nichts, gibt Wesen und Sinn.

Lao-tse

 

Geduld

Hast du die Geduld zu warten
bis der Schlamm sich gesetzt und das Wasser klar ist?
Kannst du unbewegt verweilen
bis die rechte Handlung von selbst auftaucht?

Lao-tse

 

Fragen...

… und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr,
Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen
und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben
wie verschlossene Stuben und wie Bücher,
die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten,
die Ihnen nicht gegeben werden können,
weil Sie sie nicht leben könnten.
Und es handelt sich darum, alles zu leben.
Leben Sie jetzt die Fragen.
Vielleicht leben Sie dann allmählich,
ohne es zu merken,
eines fernen Tages in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke, Briefe

 

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Herrmann Hesse 4.5.1941

 

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke, 20.9.1899, Berlin-Schmargendorf

 

 

 

 
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