Wie wirkt sich die Haltung am Arbeitsplatz auf die HWS aus?

Bildschirmarbeitsplätze sind nicht mehr aus der heutigen Gesellschaft wegzudenken und zwingen uns, den Alltag vorwiegend in einer sitzenden Position zu verbringen. Jedoch auch in der Freizeit, nimmt das Sitzen oder der ständige Blick auf das Handy immer mehr Raum ein.

Kritisch sind dabei vor allem die langen, einseitigen und teils ungünstigen Körperhaltungen, die sich negativ auf unseren Körper auswirken. Und dies nicht nur auf das Herz-Kreislauf-System, sondern auch auf unseren Bewegungsapparat, die Halswirbelsäule!

Durch mangelhafte Haltung und unzureichende Bewegung, fehlt es dem Körper und seinen verschiedenen Strukturen an wichtigen Reizen. Das bedeutet, die Muskulatur verändert sich, wird steif, Faszien und Bindegewebe verkleben und auch ein vorzeitiger Verschleiß von Gelenken (Arthrose) ist die Folge.

Erfahren Sie mehr zum Thema HWS-gerechte Haltung am Arbeitsplatz in unserem Labor für Bewegungs- und Funktionsdiagnostik.

Welche Symptome können auf arbeitplatzbezogene Beschwerden der HWS hinweisen?

  • Chronische Muskelverspannungen
  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Konzentrationschwäche und Müdigkeit, auch der Augen
  • Kalte, kribbelnde oder eingeschalfenen Hände
  • Schulter- und Ellenbogenschmerzen (z.B."Mausarm")

Welche Untersuchungstechnik wird für dieses Modul genutzt?

HWS-Elektromyografie im Sitzen

In der speziellen Untersuchung der Muskulatur wird mittels der Elektromyografie (EMG) die Aktivität von Muskeln gemessen. Jede muskuläre Aktivität wird von unserem Nervensystem gesteuert, indem über die Nervenbahnen kleine elektrische Impulse an die Muskulatur weitergegeben werden. Um Aussagen über die muskuläre Gelenksteuerung zu treffen, wird der Nervenstrom, der zur Aktivität der Muskeln eingesetzt wird, auf der Oberfläche der Haut abgeleitet. Die neuromuskuläre Funktionsweise kann somit grafisch dargestellt werden.

Die Muskelanspannungs- und Entspannungsfähigkeit der Nacken-, Schulter- und Armmuskulatur kann mit Hilfe des EMG´s in verschiedenen funktionellen Bewegungen und Haltungen am Arbeitsplatz dargestellt werden. Sie erhalten einen direkten Blick in die Muskulatur.

Welche Folgerungen und Behandlungsmöglichkeiten ergeben sich aus den Untersuchungsergebnissen?

Besteht für die HWS am Arbeitsplatz eine ungünstige Belastung, sollten auf zwei Ebenen Verbesserungsprozesse eingeleitet werden. Zu empfehlen ist eine Optimierung hin zu einem rücken-/nackengerechten Arbeitsumfeld (Verhältnisprävention) sowie eine Stärkung des individuellen Gesundheitsverhaltens (Verhaltensprävention).

Medizinisches Krafttraining sowie Neurophysiologisches Funktionstraining können dabei wichtige Bausteine sein, die zu einer verbesserten Haltung am Arbeitsplatz führen.

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