Welche Auswirkungen haben Statik und Haltung auf die HWS?

Haltungsstörungen der Wirbelsäule führen grundsätzlich zu einer vermehrten und unphysiologischen Belastung verschiedener Wirbelsäulensegmente. Bei Dekompensation besteht zunächst eine reine Schmerzsymptomatik. Im weiteren Verlauf kann es zu vorzeitigen Abnutzungen/Verschleiß mit, in der Folge, chronischen Beschwerden kommen.

Unter anderem zivilisationsbedingt (Arbeiten am Computer) kommt es häufig zu Fehlhaltungen des Kopfes und damit der Halswirbelsäule (Streckfehlhaltung). Einhergehend mit dieser Fehlhaltung besteht eine vermehrte Belastung der Halswirbelsäule und der umgebenden Muskulatur.

Insbesondere bei reduziertem Trainingszustand der Muskulatur entstehen Verspannungen und Schmerzen im Nackenbereich bzw. des Nacken-Schulterüberganges. Zusätzlich können Fehlhaltungen im Bereich der Rumpfwirbelsäule und des Beckens durch aufsteigende biomechanische und muskuläre Funktionsketten zu Haltungsstörungen und damit assoziierten Beschwerden der Halswirbelsäule führen.

 

Welche Symptome können auf Haltungsstörungen hinweisen?

  • Haltungsauffälligkeit des Oberkörpers und/oder des Kopfes
  • Einseitige Haltung bei der Arbeit bzw. fehlende ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
  • Im Tagesverlauf zunehmende Beschwerden (Verspannungen, Kopfschmerzen)
  • Nutzung von Einlagen mit Verkürzungsausgleich oder sensomotorische (haltungskorrigierende Einlagen)

Welche Untersuchungstechnik wird für dieses Modul genutzt?

Die 3D/4D Wirbelsäulenanalyse

Das Verfahren erlaubt eine photogrammetrische Erfassung des Rückens mit Hilfe der Video-Rasterstereografie. Die ausgegebenen Daten liefern ein präzises dreidimensionales Modell der Rückenoberfläche. Das System kann Wirbelsäulenveränderungen, Beckenschiefstände und Beckenverwringungen sowie skoliotische Fehlhaltungen im Stehen, Sitzen oder während des Gehens schnell und strahlungfrei visualisieren.

Standanalyse

Mit Hilfe dieser komplettiert sich das Bild der Statik und Haltung. Hier lassen sich erste Hinweise, zum Beispiel auf einen Beckenschiefstand oder unterschiedliche Beinlängen, finden. Ebenso kann die Untersuchung Hinweise auf eine unzureichende Körperhaltung geben, die sich in einer deutlich asymmetrischen Fußbelastung im Stand zeigt. 

Die Daten der Wirbeläulen- und Standanalyse dienen dann u.a. als Grundlage zur Fertigung des entsprechend erforderlichen Hilfsmittels (z.B. Einlagen).

Erfahren Sie mehr zur 3D/4D Wirbelsäulenanalyse und Standanalyse im Bereich Einzeluntersuchungen.

Untersuchungsbeispiel einer 3D/ 4D Wirbelsäulenanalyse

Welche Folgerungen und Behandlungsmöglichkeiten ergeben sich aus den Untersuchungsergebnissen?

Im Rahmen eines HWS-spezifischen Aufbautrainings kann durch haltungsverbessernde Übungen und ein Training der muskulären Ansteuerung, die jeweilige Haltungsstörung gezielt adressiert werden.

Aufgrund fehlender Strahlenbelastung der 3D/4D Wirbelsäulenanalyse, kann die Effektivität der Therapie durch eine Verlaufskontrolle überprüft werden. Bei bestehender Beinlängendifferenz und Haltungsverbesserung durch Simulierung eines Verkürzungsausgleiches, sollte dies durch Anfertigung einer individuellen Einlage oder Schuhzurichtung umgesetzt werden.

Zusätzlich können als ergänzender Behandlungsbaustein propriozeptive (haltungsverbessernde) Einlagen eingesetzt werden. Die Wirkung der Einlagen auf die Haltung kann ebenso durch die 3D/4D Wirbelsäulenanalyse überprüft werden.

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