Bestehen Zusammenhänge zu Kiefergelenk, Kaumuskulatur oder Zähnen?

Aufgrund der engen Verbindung zwischen Kiefergelenk und Kaumuskulatur auf der einen Seite und Nackenmuskulatur auf der anderen Seite, können Funktionsstörungen des Kiefergelenks oder das Zusammenpressen der Zähne (Bruxismus) zu erheblichen Beschwerden des Nackens führen. Dies wird als Cranio-mandibuläre Dysfunktion (Cranio = Schädel, Mandibula = Kiefer) bezeichnet.

Besonders bei Stress kann über ein unbewusstes Zusammenpressen der Zähne eine anhaltende Anspannung der Nackenmuskulatur entstehen. Auch Zahnkontaktstörungen (Biss-Asymmetrie) oder Zahnherde können zu chronischen Verspannungen der Nackenmuskulatur führen.

Was kann auf relevante Störungen hinweisen, die Nackenschmerzen mit verursachen?

  • Schmerzen der Kiefergelenke oder der Kaumuskulatur
  • Zusammenpressen der Zähne oder Zähneknirschen
  • Stärkere Beschwerden am Morgen
  • Zahnimplantate, Kronen, Wurzelbehandlungen, alte Füllungen, unbehandelte Karies, Paradontose, kieferorthopädische Behandlungen
  • Nutzung einer Zahnschiene

Wie können wir Störungen von Kiefergelenk und Kaumuskulatur feststellen?

Beispiel 1
EMG-Messung der Kiefer-/Nackenmuskulatur

Mit diesem speziellen Funktionstest wird die An- und Entspannungsfähigkeit der Muskeln und die Auswirkung des Zusammenbeißens oder -pressens der Zähne auf die Nackenmuskulatur gemessen.
Erfahren Sie mehr zur EMG Messung Kiefer-/Nackenmuskulatur.

Beispiel 2
4D-Haltungsanalyse

Mit dieser strahlenfreien Untersuchung können wir die gesamte Statik der Wirbelsäule exakt durch ein hochauflösendes Lichtraster vermessen.
So können wir z.B. genau messen, ob eine unterschiedliche Beinlänge sich auf den Nacken auswirkt oder ob eine Aufbissschiene zu einer positiven oder negativen Veränderung der Haltung führt. Wie bei der EMG-Untersuchung können wir auch Auswirkung des Zusammenbeißens oder -pressens der Zähne, in diesem Test auf die Haltung, messen.
Erfahren Sie mehr zur 4D-Haltungsanalyse.

Diese Untersuchungen sind besonders wichtig bei Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Zähneknirschen, Zusammenpressen der Zähne oder zur Prüfung/Verbesserung der Behandlung, z.B. einer Schienenversorgung.

Welche Folgerungen und Behandlungsmöglichkeiten ergeben sich aus den Untersuchungsergebnissen?

Bei einer deutlichen Aktivierungsdysbalance der Kaumuskulatur sollte bei möglicher Zahnkontaktstörung eine weitere zahnärztliche/kieferorthopädische Untersuchung erfolgen. Deutliche Bewegungsstörungen der Kiefergelenke erfordern ebenfalls eine kieferorthopädische Abklärung.

Zusätzlich zu einer eventuellen Zahnsanierung und/oder Versorgung mit einer Zahnschiene empfehlen sich manualmedizinische Behandlungen mit Triggerpunktadressierung zur Lockerung der verspannten Kaumuskulatur.

Bei Zeichen einer gleichzeitigen Aktivierung der Nackenmuskulatur unter Aktivierung der Kaumuskulatur, sollte ein gezieltes muskuläres Ansteuerungstraining bei gleichzeitiger Entspannung der Nackenmuskulatur z.B. mit Hilfe von Biofeedback durchgeführt werden.

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