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"Whiplash Injury" - das HWS Schleudertrauma

Das Schleudertrauma der Halswirbelsäule ist ein Sonderfall einer Verstauchung (Distorsion) der Halswirbelsäule.
Man spricht dann von einem Schleudertrauma, wenn nach einer Verstauchung, zumeist ausgelöst durch eine sehr schnelle Nick- oder Seitwärtsbewegung der Halswirbelsäule, Verspannungen, Kopfschmerzen, Schwindel und oder andere, zumeist vegetative Symptome, auftreten.

In den meisten Fällen werden aber selbst schwerere Verstauchungen der Halswirbelsäule gut vertragen!

Nur bei einigen Patienten kann die Symptomatik unter Umständen zu länger anhaltenden Beschwerden und Einschränkungen führen.

Das Schleudertrauma ist also die Ausnahme!

Wie kommt es zu einem Schleudertrauma?

Diese Verstauchung der Halswirbelsäule kann typischerweise als Folge eines Autounfalls auftreten aber auch andere plötzliche Belastungen, z.B. ein Sturz, oder abrupte Belastungen im Sport, können die Ursache sein.
Nach unseren Erfahrungen sind jedoch fast immer auch weitere Faktoren für die Auslösung der Beschwerden verantwortlich, oft Bestanden bereits vorher Verspannungen, eine Fehlhaltung oder eine Überbeweglichkeit.

Nach einer Verstauchung der Halswirbelsäule schnell handeln!

Da die Beschwerden, je länger sie bestehen, desto schwieriger zu behandeln sind, empfehle ich jedem Patienten sich nach einer Verstauchung der Halswirbelsäule von einem versierten Arzt untersuchen zu lassen.
Die früher in den ersten Tagen genutzte Halsbandage (Halskrause) wird heute nicht mehr empfohlen, kann nach unserer Erfahrung gelegentlich trotzdem sehr hilfreich sein.

Wichtig ist es bei einem Verdacht auf Schleudertrauma sofort mit einer leichten Schmerz- und entzündungshemmenden Behandlung zu beginnen.
In vielen Fällen lässt sich damit innerhalb von 3 Tagen eine Rückbildung der Beschwerden erreichen.

Ursachen des Schleudertraumas

Auch wenn verschiedentlich, insbesondere  von manchen Spezialisten, Verletzungen von Bändern als Ursache der Beschwerden verantwortlich gemacht werden, ist der Konsens der wissenschaftlichen Betrachtung, dass Bandverletzungen beim Schleudertrauma der Halswirbelsäule nicht zu beobachten sind.
Es wird angenommen, dass es vor einer Bandverletzung eher zur Knochenverletzung kommt, wie bei den Unfällen in denen ein Wirbel bricht oder gar eine Querschnittslähmung entsteht.

Durch die plötzliche Überdehnung können kleinere Muskelverletzungen, Zerrungen und begleitende Entzündungsreaktionen entstehen.
Besonders gravierend können sich die Beschwerden entwickeln, wenn bereits vorher eine überbewegliche Halswirbelsäule mit zu geringer muskulärer Stabilisierung bestand.

Auch die Schockreaktion beachten!

Wie der Name beschreibt, handelt es sich bei dem Schleudertrauma um eine plötzliche Verletzung. Es ist deshalb wichtig, dass wir auch die andere Seite, die Schreckreaktion (Traumareaktion), ansehen.

Aus der neueren Forschung über die Reaktionen unseres Nervensystems auf plötzliche, uns körperlich oder emotional bedrohlich erscheinende Ereignisse, wissen wir, dass die Schmerzreaktion durch die emotionalen Komponenten extrem verstärkt werden kann.
In diesen Situationen lässt sich dann oft die körperliche und emotionale Reaktion nicht mehr trennen, da beide direkt auf die Muskulatur und das Schmerzsystem wirken.
Hier benötigt es vom Patient und vom Arzt große Aufmerksamkeit, damit wirklich die richtigen Behandlungsstrategien gewählt werden.

Gerne können Sie mir über diesen Link im Online-Bereich weitere Fragen zu diesem wichtigen Thema stellen.

Dr. med. Marco Gassen

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