Welche Bedeutung haben Muskeln und Faszien bei Nackenschmerzen?

Verspannungen können zu einer schmerzhaften Veränderung des Muskelgewebes, Veränderung der Muskelfaserstruktur oder der bindegewebigen Muskelhüllen (Faszien) führen. Beim Muskelhartspann mit Druckempfindlichkeit und Auslösung der bekannten Schmerzsymptome spricht man auch von Triggerpunkten. Häufige Auslöser sind akute oder chronische Überlastungen, krankhafte Überdehnungen durch Unfälle, bzw. direkte stumpfe oder auch spitze Verletzungen der Muskulatur.

Weitere Faktoren, die zur Erhöhung der Muskelspannung beitragen, sind Veränderung der Statik und des Bewegungsmusters, Nässe und Kälte, Einflüsse von Gelenken, Nerven und den inneren Organen, erhöhter Stress und psychische Einflüsse. Klinisch differenziert man zwischen einem Verspannungsgefühl, das nicht immer mit einer Muskelverhärtung einhergeht und Muskelverhärtungen, die nicht immer schmerzhaft sein müssen.

Für die gezielte Therapieplanung ist es wichtig, ob der Muskel tatsächlich verhärtet ist oder ob der HWS-Schmerz im Vordergrund steht.

 

Welche Symptome deuten auf muskuläre oder fasziale Störungen im Bereich der HWS?

  • Chronische Muskelverspannungen
  • Feste oder verquollene, zum Teil schmerzhafte Punkte oder Areale in der Muskulatur
  • Reduzierte oder verstärkte Schmerzreaktion beim Druck auf die verspannten Bereiche
  • Reproduktion der Schmerzsymptome durch Muskeldehnung oder Muskelkontraktion
  • Sehr festes Bindegewebe, eingeschränkte Verschieblichkeit der Gewebeschichten

Welche Untersuchungstechnik wird für dieses Modul genutzt?

High Resolution Ultraschall mit Scherwellen-Elastographie

Mit der neuesten Generation der Ultraschallgeräte, die mit einer hochauflösenden Technik ausgestattet sind, ist es möglich, sowohl die Dicke als auch die Elastizität von Muskeln, Sehnen und Faszien objektiv darzustellen. Mit der Methode der Scherwellen-Elastographie wird bei der normalen Ultraschalluntersuchung zusätzlich die Elastizität des Gewebes gemessen. Die Messung wird farbkodiert: Bei entspanntem/weichem Gewebe sind die Reflexe in der Scherwellen-Untersuchung gering (blaue-grüne Färbung). Je fester das Gewebe wird, desto mehr wird die Farbcodierung verschoben (in die gelb-rote Färbung). Hiermit lassen sich lokale Faszienverhärtung und Triggerpunkte darstellen.

Weitere Informationen und Beispiele

Untersuchungsbeispiel einer Scherwellen-Elastographie

Verhärtete Triggerpunkte des Musculus Trapezius

Weitere Informationen und Beispiele

Welche Folgerungen und Behandlungsmöglichkeiten ergeben sich aus den Untersuchungsergebnissen?

Liegen Veränderungen der Faszien und der Muskulatur vor, wird ein entsprechender Therapieschwerpunkt gesetzt. Therapeutisch empfehlen sich manualmedizinische Verfahren (myofasziale Techniken), Stoßwellentherapie (Triggerstoßwelle in Kombination mit radiärer Stoßwelle) und Akupunkturbehandlungen (in Kombination mit Schröpfmassage/Spineliner). Der Patient kann ergänzend zur Eigenbehandlung mit Faszienrolle und –ball angeleitet werden.

Zum Seitenanfang